Norwegische Waldkatzen
vom Auenmoor

zier

Weißzucht

Scheckungsweiß / dominantes weiß / Albinismus

 

Die Zucht weißer Katzen erfordert besondere Sorgfalt, genetisches Wissen und Verantwortungsgefühl!!!

 

Zunächst muss man wissen, dass unterschiedliche Gene für das Vorhandensein von weißem Fell verantwortlich sind (W = dominantes Weiß, S = Scheckungsweiß oder C = Albinos-Serie).

Außerdem ist weiß gar keine Farbe, sondern die Abwesenheit von Farbstoff. Eine weiße Katze ist also eigentlich eine farblose Katze. Das Weiß entsteht durch das Fehlen von Pigmentierung. Die Farblosigkeit ist eine Defekt-Mutation (Leuzismus = das Fehlen von Melanozyten – Zellen die den Farbstoff Melanin in der Haut bilden), d.h. dass weiße Katzen i.d.R. keine Albinos sind, sondern das Gen für Leuzismus tragen.

 

Scheckungsweiß (Piebaldschen Flecken)

Für die Weißscheckung ist das unvollständig dominante (unterliegt dem Einfluss von verschiedenen Polygenen) Scheckungs-Gen S verantwortlich. Dieses Scheckungsgen verhindert die Ausbreitung von pigmentbildenden Zellen am Körper.

Die meisten weißen Katzen sind „nur“ mit Scheckungsweiß, d.h. dass sie zu ihrer „Grundfarbe“ einen mehr oder weniger großen Anteil an Weiß zeigen. Generell ist der Anteil der weißen Farbe sehr variabel und geht von einzelnen weißen Haaren bis zu einer fast rein weißen Katze, die kaum noch eine andere Farbe zeigt. Sehr häufig ist die Weißverteilung an den Extremitäten (also an den Beinen) oder als Medaillon an der Brust zu finden. Die Ausprägung ist nicht berechenbar, d.h. man hat keinen Einfluss auf die Verteilung. Bei reinerbigen Tieren (SS) tritt allgemein ein höherer Weißanteil auf.

Katzen mit einem sehr hohen Scheckungsweißanteil können auch unter Taubheit leiden, da das Scheckungsweiß durch Leuzismus (Fehlen von Zellen, s.o.) entsteht. Das Gen S ist in seiner Wirkung gleich dem Gen W. Allerdings wirkt es zeitlich versetzt und ist unvollständig dominant gegenüber der Wildform. Es ist daher davon abzuraten, zwei reinerbig scheckungsweiße Tiere (SS x SS) miteinander zu verpaaren.

 

Dominates Weiß

Das dominante Gen (W) für Weißfärbung (Vollpigmentierung) bewirkt, das die Katze ganz weiß ist. Dieses Gen wird als "epistatisch" bezeichnet, weil es ALLES überdeckt. Es ist sogar dominant gegenüber sämtlichen Farb- und Zeichnungsgenen, d.h. dass sich unter dem weißen Fell alle Farben und Zeichnungen verstecken können. Lediglich bei Kitten/Jungtieren ist manchmal ein sog. „Genfleck“ auf dem Kopf vorhanden, der Rückschlüsse auf den Genotyp (Erbinformation) zulässt. Der Fleck verschwindet jedoch mit zunehmendem Alter des Tieres.

Das W-Gen ist autosomal dominant, d.h. dass es nicht geschlechtsgebunden ist und nur ein Elternteil weiß sein muss, um es weiterzuvererben. Hat eine Katze das W-Gen, ist sie immer weiß.

Das Gen W bewirkt bereits im frühembryonalen Stadium eine Fehlentwicklung, welche für die Pigmentbildung verantwortlich ist. Es verhindert die Ausbreitung pigmentbildender Zellen am Körper, d.h. dass die Zellen zwar vorhanden sind, aber nicht am richtigen Platz, denn erst durch Pigmenteinlagerungen im Innenohr erhalten die Sinnesorgane ihre Stabilität. Fehlt diese Voraussetzung, so ist das Gehör der Katze nicht voll funktionsfähig oder die Katze sogar taub. Ebenfalls durch die „Pigmentbildungstörung“ entstehen veränderte Augenfarben und vermindertes Sehen. Je nach Anzahl der Pigmentzellen sind die Augen von weißen Katzen blau bis orange (blau = wenig Pigmenteinlagerung, orange = mehr Pigmenteinlagerung) gefärbt. Generell besteht die Gefahr u.a. von Taubheit, Sehdefekten und Gleichgewichtsstörungen. Klarheit über die Hörfähigkeit der Katze kann nur ein Audiometrietest (BEAR-Test) durch qualifizierte Tierärzte bringen.

Taube Katzen sind von der Zucht auszuschließen. Es ist verboten, zwei weiße Tiere miteinander zu verpaaren.

 

Albinos - Albinismus 

Auch ein Albino zeigt sich im weißen Fell, jedoch entstehen Albinos durch die Gene der C-Serie („ca“ = blass/blauäugig und „cc“= rosafarbige Augen). Die pigmentbildenden Zellen sind zwar vorhanden, aber durch falsche chemische Zusammensetzung ist das Pigment farblos.

Albinismus wird durch das Fehlen des Enzyms Tyrosinase in den Melanozyten bewirkt. Die Sinneshaare im Innenohr und die Körperhaare sind durch Einlagerung von farblosem Pigment stabilisiert, deshalb tritt zwar keine Taubheit auf, aber das Sehvermögen von Albinos ist eingeschränkt. Außerdem ist die fehlende Tarnung auf Grund des weißen Fells in freier Natur ein gravierender Nachteil.

 

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